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Nachrichten Einzelhandel Einkaufs- und Erlebniscenter Aventura - Dunkle Wolken über dem Inntal

PostHeaderIcon Einkaufs- und Erlebniscenter Aventura - Dunkle Wolken über dem Inntal

Scharfe Kritik an geplantem Einkaufs- und Erlebniscenter Aventura in Kiefersfelden / „Wahnsinn mit Methode“
Der geplante Bau eines riesigen Einkaufs- und Erlebniscenters in Kiefersfelden sorgt weiterhin für hohe Wellen. Jetzt hat der Handelsverband Bayern (HBE) das umstrittene Projekt in einem Schreiben an Wirtschaftsminister Martin Zeil scharf kritisiert. Darin wird eindringlich vor den negativen Auswirkungen des Aventura-Erlebnisparks gewarnt. HBE-Geschäftsführer Bernd Ohlmann: „Das ist nicht nur ein Generalangriff auf den örtlichen Sporthandel, sondern eine Bedrohung für die gesamte Region.“

Negative Auswirkungen auf die Region
Das über 15.000 Quadratmeter große Einkaufs- und Erlebniscenter Aventura (Schwerpunkt Sportartikel) würde mit seinem erheblich über die Ortsgrenzen von Kiefersfelden hinausgehendem Einzugsgebiet den Druck auf die gewachsenen Einzelhandelsstandorte in der gesamten Region dramatisch verschärfen. Die logische Folge wäre ein massiver Verdrängungswettbewerb. Ohlmann: „Die Konsequenzen für die etablierten Einzelhandelsgeschäfte wären aufgrund des erheblichen Kaufkraftabflusses verheerend.“

Keine Genehmigung durch die Hintertüre
Nach Ansicht des HBE widerspricht das geplante Projekt unter anderem wegen der Größe der Verkaufsflächen und der fehlenden städtebaulich integrierten Lage eindeutig den verbindlichen Zielen des Landesentwicklungsprogramms. Dies hatte auch die Regierung von Oberbayern festgestellt und das laufende Raumordnungsverfahren in der vergangenen Woche gestoppt. Ohlmann: „Mit großer Sorge sehen wir allerdings, dass sich die Gemeinde Kiefersfelden das völlig überdimensionierte Projekt jetzt durch die Hintertüre genehmigen lassen will und beim Bayerischen Wirtschaftsministerium einen Antrag auf ein Zielabweichungsverfahren gestellt hat. Ich hoffe, der Wirtschaftsminister zeigt dem Projekt die rote Karte.“

Nicht nur der Einzelhandel betroffen
Sollten die Pläne zum Bau des Einkaufs- und Erlebnisparks in Kiefersfelden realisiert werden, befürchtet Ohlmann, dass nicht nur der Einzelhandel Opfer dieser Ansiedlungspolitik sein wird. „Wenn mittelständische Einzelhandelsgeschäfte schließen, dann leidet nicht nur die wohnortnahe Versorgung, sondern es fallen auch Arbeitsplätze und Lehrstellen weg.“ Der Imageschwund durch Geschäftsaufgaben und Leerstände wäre überdies für die gesamte Region gewaltig. Denn erfahrungsgemäß hat ein Einzelhandelsgoßpfrojekt mit dieser Verkaufsfläche nicht nur negative Auswirkungen auf den regionalen Handel, sondern auch die Gastronomie und die touristischen Einrichtungen wären wegen des Rückgangs der Kunden und Besucher betroffen.

Nicht Fehler der Österreicher kopieren
Mit Kopfschütteln regiert Ohlmann auf das Einwand, durch ein solches Projekt könnten Kaufkraftabflüsse nach Österreich gestoppt werden. Ohlmann: „Ein Nachrüsten auf bayerischer Seite ist der vollkommen falsche Weg. Wir sollten nicht die Fehler der Österreicher mit ihren gigantischen Shopping-Malls vor den Toren der Städte wiederholen. Weniger ist mehr – dies gilt besonders für die Ausweisung von Flächen für Einzelhandelsgroßprojekte.“


Pressemitteilung:
Handelsverband Bayern - Der Einzelhandel e.V.



 

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