Bayern - 10,4 Prozent mehr Privatinsolvenzen im 1. Halbjahr 2010
Durchschnittliche Verschuldung mit 134 000 Euro in Mittel- und Unterfranken am höchsten
Von den insgesamt 9 641 Insolvenzverfahren, die im 1. Halbjahr 2010 statistisch erfasst worden sind, betrafen 79,1 Prozent Privatpersonen (Verbraucher, ehemals selbständig Tätige, natürliche Personen als Gesellschafter) und Nachlässe.
Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung sind dies um 10,4 Prozent mehr Insolvenzverfahren aus dem privaten Bereich als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Den größten Anteil (74,0 Prozent) an den insgesamt 7 626 Insolvenzen im privaten Bereich machten wiederum die Verbraucherinsolvenzen aus (+13,8 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2009). Die von den Gläubigern angemeldeten Forderungen gegenüber den insolventen Privatschuldnern betrugen 839,2 Millionen Euro (1. Halbjahr 2009: 727,9 Millionen Euro) und bezifferten sich damit auf durchschnittlich 110 000 Euro (105 400 Euro) je Insolvenzfall. Am stärksten verschuldet mit durchschnittlich jeweils rund 134 000 Euro waren die insolventen Privatschuldner in Mittel- und Unterfranken.
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, wurden von den Insolvenzgerichten in Bayern im 1. Halbjahr 2010 insgesamt 7 626 Insolvenzverfahren von „übrigen Schuldnern“ festgestellt, zu denen Privatpersonen (Verbraucher, ehemals selbständig Tätige, natürliche Personen als Gesellschafter) und Nachlässe zählen (+10,4 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2009). Allein 74,0 Prozent dieser Privatinsolvenzen entfielen dabei auf Verbraucher (5 641; +13,8 Prozent). Von den 7 626 Insolvenzfällen im privaten Bereich wurden 7 288 Verfahren eröffnet (+10,8 Prozent), darunter 5 539 Verfahren insol-venter Verbraucher (+14,3 Prozent). Mangels Masse abgewiesen wurden 235 Verfahren (+2,6 Prozent) und bei den anderen 103 Verfahren (+2,0 Prozent) konnten sich Gläubiger und Schuldner unter richterlicher Aufsicht auf einen Schuldenbereinigungsplan einigen, also einen Weg aus der Schuldenfalle finden.
Die gegenüber der Gesamtheit der insolventen Privatschuldner (einschl. Nachlässe) von den Gläubigern geltend gemachten Forderungen bezifferten sich im 1. Halbjahr 2010 auf insgesamt 839,2 Millionen Euro, das sind 110 000 Euro je insolventem Privatschuldner, und lagen damit um 15,3 Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (727,9 Millionen Euro). Zu diesem massiven Anstieg trugen die insolventen Verbraucher am stärksten bei. Deren Schuldenberg ist nämlich um 80,6 Millionen Euro bzw. 27,3 Prozent auf immerhin 376,1 Millionen Euro gewachsen. Die durchschnittliche Verschuldung insolventer Verbraucher ist damit von rund 59 600 Euro im 1. Halbjahr 2009 auf aktuell fast 66 700 Euro angestiegen.
Die meisten Privatinsolvenzen wurden auch im 1. Halbjahr 2010 für Oberbayern gemeldet (2 587), und zwar wie vor einem Jahr in großem Abstand gefolgt von Schwaben (1 241). Während für Mittel- und Unterfranken weniger Privatinsolvenzen anstanden als im 1. Halbjahr 2009, waren es in den anderen fünf bayerischen Regierungsbezirken zwischen +8,9 Prozent (Oberfranken) und +25,5 Prozent (Oberbayern) mehr. Dafür bezifferte sich allerdings die durchschnittliche Verschuldung - mit jeweils rund 134 000 Euro je privaten Insolvenzfall - in Mittel- und Unterfranken im aktuellen Berichtszeitraum am höchsten.
Pressemitteilung:
Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
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